Was ist eine Steueroase?
Als Steueroasen werden Staaten bezeichnet, die besonders niedrige oder garkeine Steuern erheben und dadurch Personen oder Unternehmen aus sogenannten Hochsteuerstaaten (z.B Deutschland) zum Wohnsitz- oder Betriebssitzwechsel in die Steueroase veranlassen. Steueroasen stellen auf der einen Seite ein wirtschaftliches Problem für die umliegenden Länder mit höheren Steuerbelastungen dar, da sie speziell für Firmen und Personen mit hohen Steuerlasten attraktiv sind. Viele dieser Steuerzahler zieht es in Steueroasen, so dass ihre Steuereinnahmen den umliegenden Gebieten verloren geht.
Andererseits wird argumentiert, dass Steueroasen politischen Druck auf die umliegenden Staaten ausüben, ihre Steuern nicht zu sehr zu erhöhen, und sie so einen Nutzeffekt für die Bürger dieser Gebiete auch dann haben, wenn diese sich nicht der Steueroasen bedienen, um ihre Steuerlast zu senken. Diese Theorie geht davon aus, dass die Demokratie im Punkt der Steuerfestsetzung versagt und die Steuern tendenziell höher festgelegt werden, als dies für die Bürger optimal wäre. Die Kritiker sehen daher in diesem vermeintlichen Vorzug für den „Bürger“ in Wahrheit nur ein Geschenk für reiche Bürger. Sie argumentieren, dass durch niedrige Steuern der Staat nicht ausreichend Geld für die Finanzierung von Schulen, Universitäten und anderen Einrichtungen habe, die der Allgemeinheit dienen und auch den ärmeren Bevölkerungsschichten Aufstiegschancen gewähren.
Die Bundesrepublik Deutschland hat mit dem Strafbefreiungserklärungsgesetz den Versuch unternommen, Steuerflüchtlinge dazu zu motivieren, nach Deutschland zurückzukehren, und ihnen Straffreiheit zugesichert.
Globalisierungskritische Organisationen wie attac fordern seit langem die „Schließung“ von Steueroasen, also international verbindliche Absprachen unter Staaten, dass nirgends Reiche steuerfrei leben können. Da aber gerade die Klein- und Kleinststaaten unter den Steueroasen ohne ihren Status als Oasen nur sehr schwer ihre Unabhängigkeit bewahren könnten, ist dies politisch äußerst schwer durchsetzbar.
Es gibt keine eindeutige Definition für den Begriff Offshore Finanzplatz, in den meisten Fällen bezeichnet er allerdings Standorte, die sich durch niedrige Steuern (siehe auch: Steueroase), ein hohes Maß an Vertraulichkeit und eine minimale Finanzmarktaufsicht und -regulierung auszeichnen.
Ansässige Banken und andere Finanzinstitutionen wickeln einen Großteil ihrer Geschäfte mit dem Ausland ab und die Transaktionen und Anlagesummen sind im Vergleich zu den sonstigen Wirtschaftsabläufen extrem groß.
Viele Offshore-Finanzplätze liegen auf kleinen Inseln, zumeist handelt es sich um ehemalige britische Kolonien oder Dependenzen. Allerdings ist Offshore in diesem Zusammenhang nicht geographisch sondern eher juristisch zu verstehen: die Finanzplätze liegen außerhalb der üblichen Rechtsnormen.
